Völkermord

Das ist es, was China seit Jahrzehnten in Tibet praktiziert. Die Milliarden Dollars, Euros und Pfund, die jedes Jahr von der Wirtschaft der großen Industrienationen in das Land der Mitte gepumpt werden, werfen Renditen ab, die jegliche Bedenken im Bezug auf Menschenrechtsverletzungen im Keim ersticken zu scheinen. Doch jetzt ertönen mahnende Worte von allen Seiten – auch Frau Merkel kritisierte Chinas Vorgehen. Ihr Treffen mit Seiner Heiligkeit, dem XIV. Dalai Lama am 23. September 2007 war damals noch von unserem Außenminister Steinmeier scharf verurteilt worden. Der gleiche Mann verlangt jetzt ein Ende der Gewalt in Tibet und appellierte an seinen chinesischen Amtskollegen, größtmögliche Transparenz über die Ereignisse in Tibet herzustellen. Wie sich doch die Äußerungen ändern, wenn einem die Wirtschaft gerade nicht im Nacken sitzt…

Seit den 1950er Jahren leben Tibeter wie der Dalai Lama im Exil – auf der Flucht vor einem Krieg. Ja, China führt einen Krieg gegen Tibet, gegen die Tibeter und ihre Kultur, Sprache und Religion. Und nun, nach jahrelanger Zurückhaltung brechen die Tibeter ihre Friedfertigkeit und schlagen zurück. Doch ist Gewalt auch in diesem, wie in jedem anderen Konflikt die falsche Reaktion. China baut auf die althergebrachten Methoden der Nachrichtensperre und Ausweisung aller Ausländer. Kommunikationswege werden abgeschaltet und Internetseiten blockiert – so funktioniert der fernöstliche Gigant. Die stete Demütigung und Dezimierung dieses kleinen Volkes genügt nicht. Der gesamte Rest der Welt wird zum Narren gehalten, und er lässt sich zum Narren halten.

Im Sommer sollen nun die XXIX. Olympischen Sommerspiele in Peking die Weltöffentlichkeit davon überzeugen, dass China nicht nur ein Land des extremen wirtschaftlichen und technologischen Aufschwungs, sondern auch eine friedliebende Nation ist. Im Tagespiegel wurde eine sehr treffende Parallele zwischen den Olympischen Spielen 1936 in Berlin und denen 2008 in Peking gezogen. Obwohl sich beide Diktaturen nur bedingt miteinander vergleichen lassen, fühlen sich beide durch die internationale Partizipation an den Spielen in ihrer Politik bestätigt. Ob ein Boykott die richtige Antwort ist, wage ich noch zu bezweifeln. China wäre wohl weit mehr beeindruckt, würden die Investitionen ausländischer Firmen ausbleiben, ohne die die chinesische Wirtschaft nicht mehr auskommt. Es ist endlich an der Zeit, dass massiver Druck auf China ausgeübt wird!

Stoppt endlich die wirtschaftlichen Kooperationen mit China! Hört auf, China zu hofieren, solange Tibet nicht wieder selbstständig ist! Schweigt, wenn Euer Mitgefühl von den Aktienkursen gesteuert wird!

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