Sex, Daten & Rock’n'Roll
Interpol und Deutsche Bank, FBI und Scotland Yard, Finanzamt und das BKA haben uns’re Daten da… so sangen Kraftwerk einst – Computerwelt hieß das Lied. Sie alle haben unsere Daten, doch warum können sie die nicht behalten? Die Kette der Datenskandale reißt nicht ab. Nachdem auf der Insel immer wieder Festplatten mit sensiblen Daten bei eBay landeten, USB-Sticks in der Bahn liegen bleiben oder Laptops verschwinden, musste in Deutschland Big Pink zugeben, dass Kundendaten verkauft wurden. Doch jetzt schlägt’s dreizehn!
Eine Institution – ich meine, dagegen ist die Telekom ein (rosaroter) Fliegenschiss – sie ist so alt wie die Bundesrepublik, und sie arbeitete mit Begriffen wie Knaus-Ogino und Ehehygiene… BEATE UHSE. Sie war Erfolgspilotin, eine äußerst tüchtige Geschäftsfrau, die im Alter von 75 Jahren noch ihren Tauchschein machte, und sie 2001 verstarb. Das Erbe dieser Frau ist nun in einen kleinen delikaten Skandal verstrickt. Über die Webseite der Beate Uhse AG waren Tausende E-Mail-Adressen abrufbar – Adressen von Kunden, eieiei…
Ich möchte hier nicht weiter ins Detail gehen, was zukünftige Ehedramen oder ähnliches angeht, darum geht es nicht. Es geht um das Verständnis, mit dem mit Daten umgegangen wird. Dass Internetnutzer ihre Daten äußerst freizügig im Netz verteilen ist die eine Seite. Die andere ist grobe Fahrlässigkeit oder vorsätzlicher Datenhandel. Es ist heutzutage kaum noch möglich, sich ohne digitalen Striptease in den Datennetzen zu bewegen. Spätestens beim Bestellen von Büchern, ersteigern von Schnäppchen oder beim Login in Online-Communities á la StudiVZ, Jappy oder MySpace weiß man um die Spur, die hinterlassen wird.
Doch wenn Unternehmen die Daten ihrer Kunden weiterverkaufen, als wären es Gebrauchtwagen, oder wenn – wie in Großbritannien – staatliche Institutionen mit Bürgerdaten umgehen, als seien sie Altpapier. Ein Verkaufsverbot soll her – gut. Kontrolle muss auch sein, auch gut. Doch Verantwortung ist es, die fehlt. Die lässt sich nicht per Gesetz verfügen. Solang der Rubel rollt, wird es Verkäufer geben, die immer mehr und noch mehr wollen…
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Tags: Aufreger, Big Brother





04. September 2008 um 12:06
Wie heise.de heute schreibt, wurden vom ZDF-Wirtschaftsmagazin WISO Nachrichten an die Eigentümer von 56.000 E-Mail-Adressen geschickt, in denen sie darauf hingewiesen werden, dass nach Erkenntnissen von WISO die E-Mail-Adresse und das dazugehörigen Passwort auf einem chinesischen Webserver gefunden wurden – wo sie nun wirklich nichts zu suchen haben. Die Nutzer werden gebeten, ihre Passwörter überall dort zu ändern, wo sie verwendet werden. Dass diese Nachricht und auch die E-Mail von WISO kein Hoax ist, beweist der Link zur WISO-Seite http://wiso.zdf.de/ZDFde/inhalt/22/0,1872,7302998,00.html