lang ist’s her …
Samstag, 03. Juli 2010Was dürfen wir nicht alles? Konsumieren zum Beispiel, Medien zum Beispiel, Sport zum Beispiel, Fußball zum Beispiel, Weltmeisterschaft natürlich!
Was dürfen wir nicht alles? Konsumieren zum Beispiel, Medien zum Beispiel, Sport zum Beispiel, Fußball zum Beispiel, Weltmeisterschaft natürlich!
Deutschland hat keine Sorgen. Der Beweis: Das Topthema der Tagesschau ist der Wettskandal im Fußball! Na bitte…
0:1 gegen die Fußballnation schlechthin – Norwegen. Ballack sagte direkt nach dem Spiel: “…wir haben heute keine gute Leistung gebracht.” Wohl wahr!
Gleich ist es soweit, dann heißt es: Ring frei zum großen Fressen Kampf! Der Box-Senior Evander Holyfield (46) tritt gegen den russischen Bären Nikolai Sergejewitsch Walujew (35) im Kampf um den WBA-Titel im Schwergewicht an. Der riesige, plump wirkende Walujew gegen den durchtrainierten Holyfield – na prost Mahlzeit! Dass der Holyfield zum anbeißen ist, hatte offenbar Iron Mike Tyson am 28. Juni 1997 gemeint und ihm prompt ein Ohr abgekaut, wie man so schön sagt. Hoffentlich bleibt heute alles dran. Optisch wirkt der Ami ja wie ein Hours d’œuvre für den bulligen Russen. Ein Happs, und der ist weg. Aber vielleicht wird sich Walujew auch die Zähne an Holyfield ausbeißen, wer weiß… Vielleicht melde ich mich danach noch einmal. Bis dahin, bon appetit!
11196 Athleten aus 202 Nationen waren zwei Wochen lang in China am Start um Gold, Silber oder Bronze zu holen. Nun ist es vorbei. China hat gezeigt, dass es perfekt organisierte Spiele auszurichten vermag. Es hat den Beweis erbracht, dass sich Politik und Sport nicht trennen lassen. Uiguren, Tibeter, Meinungsfreiheit, Zensur sind die negativen Stichpunkte; Weltrekorde und Begeisterung die positiven. Die Weltöffentlichkeit hat 14 Tage lang auf die bevölkerungsreichste Nation geblickt und mit ihr gefeiert. Was konnte dadurch bewegt werden?
Oops, was ist denn da in der Mikrowelt los? Tibet? Ganz recht! Heute beginnen die Olympischen Spiele 2008 in China offiziell, was ich zum Anlass nehme, für die Dauer der größten Spiele aller Zeiten das Aussehen dieses Blogs ein wenig zu verändern. Ich wünsche Euch weiterhin viel Spaß hier!!!
Hätt’s ja fast verpasst… Unsere U-19 Fußballer sind Europameister!!! Was die Großen bei der WM 2006 im Halbfinale nicht geschafft haben, die Junioren schafften es im Finalspiel am Sonntag – sie besiegten im tschechischen Jablonec Italien mit 3:1. Damit ist der Junioren-Titel nach 16 Jahren wieder in deutscher Hand. Klasse!!!
Wieder einmal radeln sie die Berge rauf, wieder einmal strampeln sie für den Sieg, wieder einmal tauchen Dopingfälle auf. Die Tour de France ist zum Sinnbild für einen schmutzigen Radsport geworden, der nicht nur den Radrennfahrern und dem Image dieser Sportart schadet. Auch andere Disziplinen, in denen die Protagonisten immer schneller laufen und schwimmen, weiter und höher springen, werfen, stoßen und größere Lasten heben, geraten in Verdacht, die Leistungen nur durch den massiven Einsatz ausgeklügelter Präparate zu erzielen, und wie in so vielen Bereichen des Alltäglichen sind Kapital und Gewinnsucht die auslösenden Faktoren.
Die bessere Mannschaft hat gewonnen. Spanien ist Fußball-Europameister 2008! Nach einem überlegenen Spiel gegen die deutsche Nationalelf haben die Spanier wieder einmal gezeigt, dass sie schnellen und sehr präzisen Fußball zu spielen in der Lage sind. Mit dem 1:0 von Stürmerstar Torres beenden die Rot-Gelben eine Serie von durchweg schönen Spielen.
Die Deutschen haben von der Klasse, mit der sie Portugal im Viertelfinale besiegt hatten, nichts gezeigt. Etwa 20 Minuten der gesamten Spielzeit – die ersten zehn und etwa von der 55. bis zur 65. Minute gab es gerade durch Jansen endlich Kampfgeist und sauberes Kurzpassspiel zu sehen. In der restlichen Zeit sorgten leider Unachtsamkeiten und fehlender Einsatz für zu viele Ballverluste und letztlich für die Übermacht der Spanier, die nicht nur dieses eine Spiel, sondern das gesamte Turnier zurecht gewonnen haben.
Nun ist es wieder einmal vorbei und wir können uns auf Südafrika und Polen/Ukraine freuen – naja, wir warten einfach drauf…
Da sind se weita, die Deutschen. Naja, ein Krimi war’s schon. “Unsere Jungs” haben mit schwachem und ungenauem Spiel gegen die besseren Türken gewonnen – soll man sich darüber freuen? Nein, aber über das Weiterkommen an sich ist Freude zugelassen. Nach dem imponierenden 3:0 Sieg der Spanier gegen die Russen kann man jetzt nur noch hoffen, dass die DFB-Mannschaft am Sonntag genauso gut spielen wird, wie im Viertelfinale gegen Portugal – sonst dürfte es wohl ziemlich eng werden für Jogi Löws Mannen. Schaun mer ma…
So oder ähnlich fragt sich der gemeine Berliner sicherlich in Anbetracht des EM-Verlaufes – zurecht. Es gab bis jetzt schon einige Überraschungen, was aber auch dazu gehört. Es fängt damit an, dass zum Beispiel eine so traditionsreiche Fußballnation wie England an diesem Turnier nicht teilnimmt. Platz drei zum Schluss der Qualifikation reichte nicht. Schottland, Wales, die einst von Deutschland gefürchteten Färöer oder auch Dänemark holten sich ebenfalls kein Ticket in die Alpen. Nun zum Verlauf der EM 2008:
Jetzt muss ich auch mal! Was ist denn da los? Deutschland gegen Portugal – schnelles Spiel, in der zweiten Halbzeit aggressiver geworden, die DFB-Elf führt nunmehr mit 3:1 in Führung, die Portugiesen versuchen es jetzt mehr und mehr mit Distanzschüssen. Schweinsteiger (22.), Klose (26.) und Ballack (62.) für Deutschland, Gomes für Portugal (41.) – das waren die Tore. Mit umgekehrtem Ergebnis hatte ich gerechnet und war wohl nicht der Einzige. Ich möchte gar nicht auf die Details eingehen – aber eins noch: Wenn der Lahm nicht wär, und was bitte hatte der Gomez in der deutschen Mannschaft zu suchen?
Was soll man noch schreiben? Ist nicht alles schon tausendfach gesagt? Der Fackellauf des Olympischen Feuers ähnelt eher einem Spießrutenlauf. Demonstranten nutzen die “Reise der Harmonie”, um gegen die Unterdrückung der Tibeter in ihrem eigenen Land durch die chinesische Politik zu protestieren. Die stets präsenten chinesischen Mitläufer – auch Sicherheitsleute oder Spezialeinheit genannt – sollen für einen reibungslosen Lauf sorgen, doch jetzt werden sie von den Australiern vielleicht in Schach gehalten.
Der Fackellauf, der eigentlich den olympischen Geist von Frieden und Völkerverständigung in die Welt tragen soll, ist zu einem Symbol für die Masse der Entrechteten geworden. Die geplante Besteigung des Mount Everest und der Weg der Fackel durch Tibet hindurch sind ein Schlag in die Gesichter all derer, die für die religiöse und kulturelle Autonomie Tibets seit Jahren demonstrieren und kämpfen. Schäm Dich, China – schäm Dich, IOC!