Große Freiheit

Vielleicht ist es besser, diese in Hamburg zu suchen (und zu finden), als im fernen, so erfolgreichen, so grandiosen China. Die Verständigung unter den Völkern dieser Welt sollen die Olympischen Spiele fördern – nur bitte nicht über das Internet! China zensiert das Netz – selbst für Journalisten. Ich bin ja nun wirklich kein Rebell, aber als Blogger weiß ich die Pressefreiheit zu schätzen. Journalisten erleben derzeit im Reich der Mitte jedoch eine Beschneidung der Rechte auf Presse-, Meinungs- und Informationsfreiheit in ungeahnten Ausmaßen.

Es ist eben nicht nur das unbedeutende und kleine Volk der Tibeter, das verdrängt und seiner Kultur und Religion beraubt wird, es ist nicht nur die Umwelt, die schamlos vergewaltigt wird, es sind nicht nur die Regimekritiker, die bespitzelt, inhaftiert und gefoltert werden. China ist der gesamte Rest der Welt offenbar völlig egal! Sie missachten uns! Sie haben die Spiele, sie haben das Geld und vor allem haben sie ein Wirtschaftswachstum, dass jedem Kapitalisten Schweißperlen auf die Stirn treibt. Jede Anti-Haltung gegenüber Nationen und Völkern ist mir ein Greuel, doch kann ich eine gewisse Antipathie im Bezug auf das Verhalten der chinesischen Administration inzwischen absolut nachvollziehen, so weit ist es schon gekommen – leider.

„der Scheiß“

Ja, auch ich hänge mich daran auf! Denn es ist beschämend, dass der Bundesvorsitzende der SPD Kurt Beck, der Sozial(!)demokratisch(!)en Partei Deutschlands überhaupt so plump und unbeherrscht reagiert, zumal wenn es sich um den Besuch des Dalai Lama dreht. Steinmeier ist bekannt für seine dümmlichen, geldgesteuerten Äußerungen und „Bedenken“ [1] [2] in der Debatte über den Chinesisch-Tibetischen Konflikt. Dass aber auch Beck jetzt dem Druck der Chinesen erliegt, Angst vor chinesischer Kritik zu haben scheint und sich zu Wortmeldungen hinreißen lässt, die keines Politikers würdig sind, stimmt mich mehr als traurig. Vielleicht haben beide nur noch ihren Kampf um die Kanzlerkandidatur im Kopf – und sonst nicht. Was hätte z.B. Willy Brandt – seinerzeit ebenfalls SPD-Vorsitzender, aber auch Regierender Bürgermeister von Berlin, Bundesaußenminister und Bundeskanzler – dazu gesagt?

Nun, da auch offiziell die Chinesische Botschaft gegen den Empfang des Dalai Lama durch die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Heidemarie Wieczorek-Zeul protestiert, sehen sich wahrscheinlich die beiden „Sozialisten“ Beck und Steinmeier in ihrer Haltung bestätigt, anstatt, wie es Seine Heiligkeit in einem Interview sagte, den Chinesen als Freunden klar zu sagen, dass sie Fehler begehen. Im Schulterschluss mit anderen Nationen wäre es möglich, politischen und wirtschaftlichen Druck zu erzeugen und aufrecht zu erhalten. Doch Deutschland scheint nicht in der Lage zu sein, sein sonst übliches Engagement für Frieden in der Welt auch im Bezug auf Tibet zu zeigen. Peinlich, und noch peinlicher wenn Heuchler wie die beiden potenziellen SPD-Kanzlerkandidaten dafür verantwortlich sind.

Reise der Harmonie

So könnte man ihn nennen (anstatt der Route des Olympischen Feuers um die Erde), den Deutschlandbesuch des Dalai Lama. Seine Heiligkeit wird Reden und Vorträge halten, sich mit einigen Politikern treffen und am Montag in Berlin (15:00 Uhr im Schiller-Theater) den Preis „Licht der Wahrheit“ verleihen. Von 16 bis 18 Uhr ist eine Kundgebung vor dem Brandenburger Tor geplant.

Tibet, Olympia, China…

und Steinmeier. Der hat wieder einmal Angst, die deutsch-chinesischen Beziehungen zu belasten, würde er sich mit Seiner Heiligkeit, dem 14. Dalai Lama treffen. Der hatte um ein Treffen gebeten und bedauert nun Steinmeiers ablehnende Haltung. Der Einfluss der Wirtschaft ist unübersehbar, denn der Chef des Auswärtigen Amtes scheint die wirtschaftlichen Interessen vor die völkerrechtlichen zu stellen.

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…Beckmann

Reinhold Beckmanns letzte Talkshow war recht interessant. Nachdem ich eine vorangegangene Wiederholung nur bruchstückhaft verfolgen konnte, lief heute eine Wiederholung auf 3sat. Meine Abneigung gegen Johannes B. Kerner veranlasst mich hin und wieder, anderen Moderatoren eine Chance zu geben. Beckmann redet zwar in ähnlichem Stil, doch schon die Anordnung der Möbel wirkt angenehmer als bei Kerner. Während Johannes wie auf einem Thron sitzt, und seine Gäste an einer Art Tresen zu ihm aufsehen dürfen, teilt sich Beckmann einen Tisch mit seinen Gästen. Das Format der Sendung hat seinen festen Platz in der deutschen Medienlandschaft und ist beliebt.

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Völkermord

Das ist es, was China seit Jahrzehnten in Tibet praktiziert. Die Milliarden Dollars, Euros und Pfund, die jedes Jahr von der Wirtschaft der großen Industrienationen in das Land der Mitte gepumpt werden, werfen Renditen ab, die jegliche Bedenken im Bezug auf Menschenrechtsverletzungen im Keim ersticken zu scheinen. Doch jetzt ertönen mahnende Worte von allen Seiten – auch Frau Merkel kritisierte Chinas Vorgehen. Ihr Treffen mit Seiner Heiligkeit, dem XIV. Dalai Lama am 23. September 2007 war damals noch von unserem Außenminister Steinmeier scharf verurteilt worden. Der gleiche Mann verlangt jetzt ein Ende der Gewalt in Tibet und appellierte an seinen chinesischen Amtskollegen, größtmögliche Transparenz über die Ereignisse in Tibet herzustellen. Wie sich doch die Äußerungen ändern, wenn einem die Wirtschaft gerade nicht im Nacken sitzt…

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