UFOs auf der Bühne

18. Januar 2006 Depeche Mode live.
Das bereits Monate zuvor ausverkaufte Konzert fand im Berliner Velodrom vor ca. 12.000 Zuschauern statt, die für den stattlichen Kartenpreis allerdings auch eine Menge geboten bekamen.

Gespielt wurde die Setlist #2 – eine gute Auswahl, obwohl ich mir endlich mal ein paar eher unkonventionelle Titel wie etwa „Halo“, „It’s called a heart“ oder „Something to do“ gewünscht hätte.
Hier ein kurzer Abriss des Konzertes:
frenetische Jubelstürme und diverse La-Ola-Wellen schon vor dem Konzertbeginn,
01 Intro – vielleicht teilweise „Introspective“ entnommen, passend zum Sound des Albums,
02 eigentlicher Opener „A pain that I’m used to“ – großartig gefeiert von der Menge,
03 mit „John the revelator“ ging es druckvoll weiter,
04 Überraschung! (hatte vorher nicht die Setlist gelesen) „A question of time“
05 „Policy of truth“
06 selbst bei „Precious“ gelang es Dave, wenn auch sehr leise die hohen Töne zu treffen, wunderschön!,
07 vom besten dM-Album ever – „Walking In My Shoes“ – wow!
08 „Suffer Well“ – die Halle bebte,
09 „Macro“ – Martins Stimme in Bestform,
10 voller Gefühl – „Home“,
11 wenige Feuerzeuge, trotzdem eine schöne Balladenstimmung bei „I Want It All“,
12 „The Sinner In Me“ – am Schluß wurde ordentlich gerockt! YES!,
13 „I Feel You“ – endlich! Das hat mich absolut umgehauen!,
14 „Behind The Wheel“ – na ja, die Klassiker eben, trotzdem sehr gut rübergebracht,
15 Pop in Perfektion – „World In My Eyes“,
16 „Personal Jesus“ – alle Jahre wieder und dennoch frisch,
17 „Enjoy The Silence“ – darf ja nicht fehlen
Zugabe 1
18 „Somebody“ – mein absoluter Favorit dieses Abends! Unbeschreiblich gut gesungen von Martin, exzellente Klavierbegleitung von Peter Gordeno – leichter Druck auf den Augen,
19 „Just Can’t Get Enough“ – wieder ein Klassiker, auch wieder eine gute Performance,
20 „Everything Counts“ – wer kennts nicht…
Zugabe 2
21 „Never Let Me Down Again“, die Arme der Menge schwangen unermüdlich mit, durch das Arrangement und die Schlagzeugarbeit Christian Eigners trotzdem nicht langweilig
22 „Goodnight Lovers“ – wunderschönes Duett von Martin und Dave, Rücken an Rücken, wunderschön, wunderschön…

Zu den dargebotenen Songs kann ich sagen, daß die Band eine Energie ausstrahlte, die ich selten bei dM wahrgenommen habe. Zwar brauchte Dave, wie auch die Zuschauer ein Weilchen, um aufzutauen, die Power dieses Konzertes war dennoch enorm. Dave, Martin und Fletch wurden von zwei weiteren Musikern unterstützt. Am Schlagzeug saß der Österreicher Christian Eigner, dessen Arbeit bereits seit neun Jahren von dM geschätzt wird.
Neben Andrew Fletcher stand Peter Gordeno an den Tasten, der z.B. Martin zu „Somebody“ – einer der absoluten Höhepunkte des Konzertes – wundervoll begleitete. Okay, wozu Fletch eigentlich noch auf der Bühne steht ist mir nicht ganz klar, aber er hat wohl als dM-Saurier seine Darseinsberechtigung 🙂
Gerade der sauberen und druckvollen Arbeit von Christian Eigner am Schlagzeug und dem Drumsound ist es zu verdanken, daß die Kraft dieses Abends noch sehr lange im Gedächtnis bleiben wird. Auch waren es die frischen Fassungen der Klassiker, die diese nicht haben langweilig wirken lassen, obwohl sie auf jedem dM-Konzert zu hören sind.
Das Bühnenbild, natürlich wieder dem Geist von Anton Corbijn entwachsen, funktionierte ebenfalls perfekt. Eine große Leinwand hinter der Bühne, Keyboardpulte wie UFOs aus 60er-Jahre Sci-Fi-Filmen, ein noch viel größeres UFO auf der linken Seite, hinter dessen schmalen Fenstern sich Monitore verbargen, viel rot und blau und neue, sehr ästhetische Lichteffekte bestimmten die Optik. Auf der Leinwand waren abwechslend die Protagonisten auf der Bühne, untermalende Grafiken und Videos sowie Aufnahmen der Zuschauer zu sehen. Die live-Aufnahmen stellten meist Dave und Martin mal glasklar, mal extrem grobpixelig mit enormem Bildrauschen in verschiedensten Kolorierungen dar. Somit ging auch die optische Umsetzung des Auftritts wieder 100%ig auf.

So könnte ich noch endlos weiterschreiben, doch würde dieser Bericht dadurch nicht vollständiger oder exakter. Somit belasse ich es bei den abschließenden Worten:
Es war ein absolut gelungener Abend. Depeche Mode waren und sind eine hervorragende Liveband, was sie hoffentlich am 12. und 13. Juli in der Waldbühne wieder einmal beweisen werden.

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